Literarische Mehrsprachigkeit. Europäische Identitätsbildung im Weltbezug
Ringvorlesung im Sommersemester 2026
Wie können durch mehrsprachige Texte und Medien neue Sichtweisen auf etablierte Identitäts- und Weltbilder, kulturelle und politische Ordnungen sowie auf die Möglichkeiten ihrer Gestaltung eröffnet werden? Auf welche Weisen können translinguale und transkulturelle Ausdrucksformen dazu dienen, Migration, Globalisierung, soziokulturelle Vielfalt, Sprachwandel, Klassenzugehörigkeiten, transkulturelle Begegnungen und transnationale Verflechtungen abzubilden und nationale Stereotype zu hinterfragen?
Die interdisziplinäre Ringvorlesung untersuchte, wie literarische Mehrsprachigkeit als ästhetische Strategie und kulturelle Praxis zur Verhandlung europäischer Identitäten im globalen Kontext beiträgt. Im Fokus standen sowohl historische als auch gegenwärtige Perspektiven, die zeigen, wie Stimmen in Literatur, Film, Theater oder digitalen Medien zwischen Sprachen, Kulturen und politischen Räumen navigieren und dadurch neue Formen des Selbst- und Weltbezugs eröffnen.
Ziel der Ringvorlesung war es zu zeigen, wie Mehrsprachigkeit als transkulturelle Praxis europäische Identitätsvorstellungen reflektiert, erweitert und neue Zugänge zu individuellen und gesellschaftlichen Zugehörigkeiten in einem Europa eröffnet, das sich zunehmend über Diversität und kulturelle Vielstimmigkeit definiert.
Programm
| Termin | Vortragende | Titel |
|---|---|---|
21.04.2026 | Eva-Tabea Meineke | Translinguale Literatur als Weltliteratur |
28.04.2026 |
| ! fällt aus ! |
05.05.2026 | Stephan Packard | Latent sprachlos, phänomenal mehrsprachig: |
19.05.2026 | Jörg Schulte | Mehrsprachigkeit in den Literaturen des slavischen Sprachraums |
02.06.2026 | Emanuela Anechoum | Tangerinn. Lesung und Gespräch |
09.06.2026
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Multilingualität und Intermedialität als emanzipatorische Erzählstrategien in der finnlandschwedischen Literatur „The need to survive”. Mehrsprachigkeit in grönländischer Gegenwartsliteratur |
16.06.2026 | Jürgen Hammerstaedt | Literarische Sprachenvielfalt in Hellenismus, Kaiserzeit und Spätantike |
23.06.2026 | Caroline Fischer | Versuch einer Kategorisierung plurilingualer Literatur |
30.06.2026 | Klaudia Ruschkowski und Lothar Wekel | „Una lingua unica nel suo genere” – 100 Jahre Nobelpreis für eine mehrsprachige Autorin aus Sardinien: Grazia Deledda heute übersetzen und verlegen |
07.07.2026 | Antonella Ippolito | Musikalisches Schreiben als Ausdruck einer „voix plurilingue” bei Akira Mizubayashi |
14.07.2026 | Béatrice Hendrich | Armenisch als Literatursprache des Osmanischen Reichs und der Türkei |
21.07.2026 | Anja Bettenworth | Dreisprachigkeit und kulturelle Identität im antiken Nordafrika und in modernen algerischen Antikenromanen |